Couchsurfing in Maribor

Als ich in Serbien war brachten mich ein paar unerwartete, positive Vorkommnisse dazu, dass ich meine ursprüngliche Route einmal über die Ufer der Donau schmeißen musste und mich mein Weg dann weiter über Slowenien nach Österreich führte. Hier habe ich schon einmal einen Beitrag über Österreich verfasst, allerdings war ich damals nicht in Graz. Um Graz soll es nun aber erstmal noch nicht gehen, sondern um Maribor in Slowenien, das aber nicht weit von Graz entfernt liegt.

Innerhalb einer guten Stunde legt man die Strecke zurück und merkt fast nicht, dass man in einem anderen Land ist. Als ich in dem kleinen, für seine Weinberge so bekannten Städtchen ankomme, liegen scheinbar die meisten Slowenen noch im Bett. Es ist dunkel draußen und bitterkalt. Wie gut, dass ich meinen Schlafsack immer dabei habe und es mir so ganz Rucksacktourist auf der Bank in der Bahnhofshalle gemütlich mache. Tatsächlich fallen mir die Augen zu und als ich sie wieder öffne sind schon helle Schlieren am Himmel auszumachen.

Es wird Tag, Maribor wacht auf und ich mache mich auf die Suche nach Kaffee und einem kleinen Frühstück. Da fällt es mir auf: Hier ist es klein, gemütlich und familiär. Wahrscheinlich kennt man sich hier recht schnell untereinander und da es auch Universitäten gibt ist Maribor ein Magnet für viele junge Studenten und Austauschstudenten.

Geteilt durch und zwei Brücken lernt man Maribor im Internet eigentlich immer von der selben Perspektive aus kennen. Eine schöne Landschaftskulisse, eine zylinderförmig aus dem Bild herausfließende Donau und pittoreske, den Fluss säumende Häuser. Ein romantischer Moment ist hier reserviert für die Zweisamen aber auch für die Einsamen. Die Welt ist nicht immer schnell und muss es auch nicht sein. Die neu aufkommende Welle der Entschleunigung unserer aller Leben könnte hier passende Einstimmung finden. Sobald ein Ort überschaubar ist, bewege ich mich zu Fuß über Stock und Stein und in Maribor ist das nicht anders.

Bevor ich mich in das slowenische Städtchen aufmachte, fand ich glücklicherweise ein Pärchen über Couchsurfing, die mich bei meiner Ankunft dann auch aufnahmen. Einmal mehr sicherte ich mir damit nicht nur ein warmes Bett und ein Frühstück, sondern ebenfalls die Gelegenheit mit zwei sehr interessanten, zuvorkommenden und gastfreundlichen Menschen zusammenzukommen. Daraus resultierte eine Tagestour durch viele Ecken Maribors, informative Gespräche, ein riesiger Becher Eis, wärmender Tee und ein Topf voller Spaghetti mit Tomatensoße. Da es hier wirklich sehr klein ist, gibt es keine allzu große gastronomische Szene und dennoch ist mein Aufenthalt viel zu kurz um diese zu erkunden. Klar ist jedoch, dass nach Maribor kommt, wer den Wein liebt, die wunderschöne Natur und das heimelige Gefühl von „hier ist die Welt noch in Ordnung”.

Dein Trip nach Maribor

Klein, aber fein! Und dennoch ist ein Tag nicht genug. In den Genuss slowenischen Weines kommen und den Sonnenuntergang auf den Weinberghängen genießen. Alle Brücken zu Fuß überqueren und das leckerste Pistazieneis der Welt essen? Dann ist man wohl in Maribor! Und wer noch Zeit hat, fährt eben nochmal schnell rüber nach Graz.

Spannend:
– Salon der angewandten Kunst
Eis essen:
Ilich slaščičarstvo d.o.o.
Tee trinken:
Cajnica Cajek

Kommentieren