Das ARoS Kunstmuseum in Aarhus

2017 war Aarhus die Kulturhauptstadt Europas. Das brachte uns auf die Idee einen Ausflug zum ARoS Kunstmuseum zu machen. Natürlich genügt Kultur nicht alleine und wir erkundeten dazu noch die Ostküste Dänemarks. Dazu mehr ein anderes Mal.

Das ARoS Kunstmuseum war das erste dänische Kunstmuseum außerhalb Kopenhagens. Innerhalb der Stadt zog das Museum seit seiner Gründung 1859 schon mehrmals um. Der Wunsch nach einem öffentlichen Ort an dem Kunst ausgestellt und betrachtet wird kam von den kunst- und kulturinteressierten Bürgern der Stadt. Erster Standort war das Rathaus Aarhus.

Zum 125. Jubiläum im Jahr 1984 fiel die Entscheidung des Stadtrats einen Neubau neben dem Musikhuset im Herzen der Stadt errichtet zu lassen. 110 Architekten nahmen am Architektur-Wettbewerb teil. Es gewannen die aus Aarhus stammenden Architekten, Schmidt, Hammer und Lassen. Diese stellten das Gebäude 2003 fertig. Die offizielle Eröffnung des Museums war dann am 7. April 2004 unter Anwesenheit der Schirmherrin Margrethe II., die das Gebäude unter anderen Sponsoren mitfinanzierte. Das Kunstmuseum wurde somit zu einem kulturellen Anziehungspunkt für das Land Dänemark.

Mit der Eröffnung bekam das Gebäude den Namen: ARoS. Der Name ist eine Symbiose aus dem alten Namen der Stadt „Aros“ und dem lateinischen Wort für Kunst „Ars“. Daher werden diese drei Buchstaben groß geschrieben.

Im ARoS werden 1100 Gemälde, 400 Skulpturen und Installationen, 200 Videos, über 7000 Zeichnungen, Fotografien und Grafiken gezeigt. Schwerpunkte des Museums sind die internationale Gegenwartskunst ab 1980 und Kunst aus Dänemark von 1770 bis 1930. Gezeigt werden unter anderen Werke von Svend Wiig Hansen, Carsten Höller, Robert Jacobsen, Per Kirkeby, Arthur Køpcke, Peder Severin Krøyer und Bill Viola.

Ganz besonders beeindruckt hat uns die riesige Arbeit des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson „Your rainbow panorama“ – ein kreisrunder Gang, 150m lang und 3m breit auf dem Dach des Museum mit Wänden aus Glasscheiben in Regenbogenfarben durch welche man über die gesamte Stadt blicken kann. Im Mai 2011 wurde die großartige Arbeit offiziell eröffnet und eingeweiht.

Olafur Eliasson, geboren 1967 in Kopenhagen, aufgewachsen in Hafnarfjörður, Island ist ein international sehr renommierter Künstler, der oft permanente Arbeiten im öffentlichen Raum konzipiert und anfertigen lässt. Er lebt in Kopenhagen und Berlin, unterrichtet an der Universität der Künste in Berlin und hat in der Hauptstadt auch seine Hauptwerkstatt mit 90-100 Assistenten. In seinen raumgreifenden Arbeiten im Innen- und Außenbereich beschäftigt er sich mit physikalischen Phänomenen der Natur wie Licht, Reflexion, Wasser und Bewegung. Seine Arbeiten werden weltweit an wichtigen Plätzen und Museen meist in Städten gezeigt wie in der Tate Museum of Modern Art (London), dem Portikus (Frankfurt), im Lenbach Haus (München), MoMa PS1 (New York) und viele mehr.

Der Künstler sagt selbst über sein Werk „Your rainbow panorama“, dass es Kunst und Architektur zusammenbringt und ihn die damit verbundene Unsicherheit des Besuchers interessiert. Wo ist Innen, wo ist Außen? Befinde ich mich nun noch im Museum oder schon im Kunstwerk? Es geht daher um Grenzen, die nicht klar definiert sind und über die der Betrachter nachdenkt beim Blick über die Stadt – Das Vorgefertigte und das künstlich Erschaffene.

Überzeugt Euch selbst und lasst Euch verunsichern!

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