Eindrücke aus Israel

Israel stand schon immer ganz weit oben auf meiner Wunschliste der zu bereisenden Länder. Irgendwann war es dann tatsächlich soweit und nach dem überstandenen Interview am Flughafen stand meiner Reise nichts mehr im Weg. Auf direktem Wege nach Tel Aviv bekam ich eine Stadt zu Gesicht, die mich sofort bannte und in sich aufnahm. Ich weiß nicht mehr was mir als erstes auffiel, doch was ich weiß ist, dass mir jeder entgegenkommende Mensch makellos schön erschien – jung und alt gleichermaßen. Hier schien sich jeder sportlich zu betätigen. Joggende Personen begegneten mir fast so oft wie Autos oder Fahrräder. Das wäre auch meine erste Empfehlung: Wer Tel Aviv erkunden will, leiht sich am besten ein Fahrrad und fährt durch die verschiedenen Stadtteile, lässt sich treiben und genießt den Sonnenuntergang bei einer Fahrt an der Strandpromenade.

Florentin in Tel Aviv, Israel

Eines meiner liebsten Viertel ist Florentin. Hier tummelt sich Studentenvolk in den vielen gemütlichen Kneipen, in welchen man bei einem Bier der friedlichen Meute beim Feiern zuschauen kann. Zugegeben, die Bier- und Tabakpreise sind enorm hoch, doch dafür finden an fast jedem Tag Konzerte von tollen, lokalen Bands für „umsonst“ statt. Komischerweise begegnet mir Berlin als Schriftzug auf einigen Toiletten … die jungen Israelis scheinen sehr auf die deutsche Hauptstadt abzufahren.
Eine weitere Sache, die mir nicht nur in Tel Aviv, sondern überall in Israel Spaß macht, ist das Essen. Es gibt so viel zu probieren und zu riechen und zu schmecken, dass man am liebsten niemals satt werden würde. Neben den kleinen Restaurants und Imbissständen, gibt es unzählige Märkte, auf denen es sich einen ganzen Tag verbringen lässt. Diese sind nicht nur ein ausgezeichnetes Fotomotiv, sondern auch wunderbar um Einheimische bei ihren Alltagserledigungen zu beobachten und so ein bisschen in das Israel einzutauchen von dem man nichts in den Nachrichten hört. Zu den vielen, sehr traditionellen Leckereien gehören unter anderem Shakshuka und Hummus.

Israel ist ein sehr kleines Land und hat ungefähr die selbe Größe wie das deutsche Bundesland Hessen. Um das Land zu bereisen muss man also keine allzu langen Strecken hinter sich legen. Ich bin überwiegend mit dem Bus unterwegs (wovon gerne abgeraten wird) und erreiche so die meisten Städte, wie Jerusalem, Nazareth und Haifa sehr leicht.

Mit dem Bus nach Jerusalem

In Jerusalem bekomme ich die einmalige Chance, Shabbat bei einer gläubigen Jüdin zu verleben und einen Einblick in die dazugehörigen Rituale und den speziellen Gottesdienst zu gewinnen. Dabei erfahre ich auch, dass jede Nachbarschaft ihre eigene kleine Gemeinde hat und diese jeweils, abhängig von dem Rabbi, welcher diese Gemeinde mal gründete, anders geprägt ist. Da wo ich lande und feiere nennt man diese liebevoll die Hippiegemeinde und besser hätte ich es nicht treffen können. Jerusalem ist klein und lässt sich schlecht mit Tel Aviv vergleichen. Es wirkt ganz anders und ist sehr verschieden, da hier sehr viele ultraorthodoxe Juden leben und die Klagemauer seit jeher Pilger und Gläubige aller Weltreligionen anzieht. Zu den magischsten Momenten in Jerusalem gehört der „Spaziergang auf den Dächern“ für welchen man eine Anleitung im Internet oder in Reiseführern finden kann. Wenn der Muezzin dann anfängt zu singen, dessen Stimme über Stock und Stein schallt und über die Dächer hinwegfegt, berührt man mit der Seele ein anderes Land.

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