Eine Reise nach Armenien

Auf meiner Reise in den Iran durchquerte ich zuvor andere Länder, wie im vorhergehenden Beitrag beschrieben Georgien. Ich verbrachte ein paar Wochen in Armenien, um schlussendlich von Jerewan mit dem Bus nach Teheran zu fahren. Zu den magischsten Orten Armeniens gehört der Süden. Vor allem wenn man diesen im Bus durchquert und, bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang, mit dem Finger die Dächer der Berge an der Fensterscheibe nachzeichnet. Das sind die perfekten Reisemomente um das Trommelfell mit seinen Lieblingsliedern zu bespielen und sich in das Jetzt zu verlieben.

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Ähnlich wie Georgien ist Armenien voller Kirchenruinen, die man in jeder beliebigen Himmelsrichtung erkunden kann. Dazu setzt man sich einfach in einen sehr in die Jahre gekommenen alten Bus, wartet geduldig bis sich die armenische Nachbarschaft zu einem gesellt und der letzte Zentimeter mit Einkaufstüten zugestellt ist. Dann erst fährt der Bus los. Während der Fahrt bekomme ich Wassermelone und Zigaretten angeboten. Ich verstehe kein Wort und das kümmert niemanden, auch mich nicht. Ein Lächeln tut’s ebenfalls, sowohl als auch die zeigenden Finger der Armenier, die immer vorschnellen wenn sie etwas entdecken was es Wert ist mit der Kamera festgehalten zu werden.

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Nach ein paar Tagen in Jerewan kenne ich schon die alte, geduldige Dame mit dem Gemüsestand vor der Tür. Hier kann man sogar einzelne Salatblätter kaufen. Ich genieße es Tomaten, Auberginen und frisches Brot bei ihr zu kaufen und mit meiner wunderbaren Couchsurfing-Bekanntschaft ein leckeres Frühstück zuzubereiten. Ich wohne hoch oben in einem Haus, welches einen ganzen Bezirk zu umfassen scheint. Aus dem Fenster heraus sehe ich Armeniens Lichter leuchten und habe einen wunderbaren Blick auf die Mutter Armeniens, das Wahrzeichen der armenischen Hauptstadt in Form einer Statue. Die Architektur der Stadt ist modern, fast schon futuristisch und es ist ein faszinierender Kontrast all die Menschen durch die großen Straßen schwirren zu sehen, welche hier und da den Eindruck hinterlassen als würden sie aus einer anderen Zeit kommen.

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Wer ein bisschen was über die Geschichte Armeniens weiß wird nicht überrascht sein, dass sich einige Museen und Sehenswürdigkeiten mit dem Völkermord an den Armeniern, durch das Osmanische Reich, beschäftigen. Der mit Abstand beste Ort um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen ist das Genozid Mahnmal Zizernakaberd. Hinter diesem kompliziert aussehenden Namen verbirgt sich eine beeindruckende pyramidenartige Konstruktion, die das ewige Feuer beherbergt. Das Museum begleitet die Besucher detailliert durch die Chronologie der Gräueltat.

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Ähnlich wie in Georgien lassen sich von Jerewan aus viele Tagesausflüge in das Umland machen. Zahlreiche Kirchen und Kloster beeindrucken mit einer ganz besonderen Mystik und der märchenhaften Weite von Bergen und Feldern. Besonders sehenswert sind das Geghard und das Khor Virap Kloster mit einem tollen Ausblick auf den Berg Ararat, sowie der Sewansee. Mit dem Daumen raus am Straßenrand erreicht man auch entlegenere Gegenden inklusive lustiger Mitfahrer.

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