Eine Reise nach Georgien

Georgien. Wein. Käse. Gebirge. Tbilisi.

Häuserlandschaften, die in Ihrem Zerfall in sich verliebt machen. Selten zu finden sind Ampeln, dafür umso mehr steil herauf- und herabführende Straßen, die in ein Labyrinth aus Häuserwänden führen, die von frisch gewaschener Wäsche umweht werden. Jeder zweite Schritt wird von kleinen Kätzchen begleitet, die durch die Straßen tollen und sich ungehemmt streicheln lassen.

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In Tbilisi ist nichts wie es scheint!

Zumindest dachte ich mir dies nach den ersten paar Tagen in der Stadt. Wenn man woanders möglichst klar auf sich aufmerksam macht und für eine tolle Bar oder ein tolles Restaurant wirbt, verstecken sich in der georgischen Hauptstadt die wunderbarsten Orte hinter Türen, die aussehen als hätte man sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr geöffnet. Viele Stunden kann man dort verbringen und es genießen von Menschen umgeben zu sein, die ihre Heimat lieben und nur selten woanders wandeln als auf georgischen Straßen.

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Hier vereint man ungezwungen Traditionen mit einer neuen Jugend, einer aufgeschlossenen und alternativen Jugend, die sich Ihre Orte geschaffen hat für Kunst und interkulturelle Begegnungen. Im Café Gallery sitzt man bei dichtem Rauch vor einem Teller hausgemachter Bolognese und schaut den Barleuten beim Schach spielen zu, während man im Moda Moda Café den weltbesten Möhrenkuchen essen kann und den Köchen durch die offene Küche beim Kochen zuschaut. Im vorderen Bereich gibt es handgemachte Schätze von verschiedenen Künstlern zu bestaunen, welche man auch kaufen kann, wenn man mag. Für einen tollen Abend mit neuen Reisebekanntschaften kuschelt man sich am besten mit einem Glas Wein in die alten Sessel im Pur Pur und lässt sich von dem Live-Jazz und den zahlreichen Kerzenlichtern berieseln.

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Was man jedoch an jeder Ecke findet sind Kinkali und Chatschapuri. Ersteres sind Nudelteigtaschen, welche meistens mit Hackfleisch gefüllt sind und definitiv süchtig machen. Zweiteres ist ein überbackenes Käsebrot, welches bei einer Reise nach Georgien in allen vier Varianten probiert werden sollte. Es gibt einige Orte um Tbilisi herum, die zu einem Tagesausflug und/oder mehrtägigen Wanderungen einladen. Ein Ort, der es mir ganz besonders angetan hat, ist Stepanzminda im großen Kaukasus. Das kleine Dorf liegt auf 1700m Höhe und beschreibt den Beginn des Berges Kasbek. Die spielenden Kinder sind Wanderer gewohnt und freuen sich darüber die Richtung anzugeben, wenn man mal nicht weiter weiß. Ziel einiger Leute, die hier unterwegs sind, ist die Sameba-Kathedrale. Vor der Kulisse des Kaukasus, welcher von Wolkenfäden durchzogen hinter der kleinen Kirche aufragt, verliert man sich in der wunderschönen Mischung aus Natur und Architektur. Jetzt gilt es nur noch Obst, Brote und Wasser aus dem Rucksack auszupacken und den Ausblick zu genießen.

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