Guggenheim Museum Bilbao

Als unsere Augen für mehrere Wochen nur den friedlichen Meereshorizont gewohnt waren, trafen wir auf das silbern schimmernde Guggenheim Museum in Bilbao, welches eher aus dem Schlaraffenland entsprungen schien. Die stark geschwungene und expressive Bauweise, die auf traditionellen Grundformen der Architektur basiert, wirkt mächtig und zugleich sehr positiv, spontan und eindrucksvoll, gerade wegen ihrer Großzügigkeit. Das Motto des dekonstruktiven Gebäudes ist: Alles ist möglich – und wir stellen noch eine 10 Meter hohe Spinne und einen gewaltigen Hund aus Pflanzen daneben.

Frank Gehry, der kanadisch-US-amerikanische Architekt, dessen eigenes Wohnhaus das erste im dekonstruktiven Stil war, stellte das von der Solomen R. Guggenheim Foundation finanzierte Museum 1997 fertig. Die Kunstsammlung des Guggengheim Museums stammt aus dem 20. und 21. Jahrhundert und umfasst Werke der Pop Art, des Minimalismus, der Arte Povera, der Konzeptkunst und des abstrakten Expressionismus usw. Ihre Schwerpunkte sind Skulptur, Installation und Videokunst. In der ständigen Sammlung wird aber auch beispielsweise Malerei von Robert Rauschenberg, Yves Kein, Andy Warhol und Gerhard Richter gezeigt.

Besonders beeindruckend war die Arbeit „Die Materie der Zeit“ von Richard Serra, welche speziell für das Museum entworfen wurde. Sie besteht aus geschwungenen Gängen aus fast 4m hohen Stahlplatten. Die labile Schräglage der kurvigen Platten gibt uns beim Durchlaufen ein Gefühl von Ungleichgewicht und Desorientierung.

Ein weiteres Highlight war die Ausstellung „Behind the image“ von Albert Oehlen aus riesigen Formaten, bei denen der deutsche Maler, einer der jungen Wilden, der auch in Hamburg an der HFBK studierte, Werke aus den 80er und 90er Jahren präsentierte. Albert Oehlen ist für seine rotzige Malerei bekannt, die sich einer unbemühten, aber zugleich sehr kraftvoll wirkenden Gestik bedient und sich auf ironische Weise auf den abstrakten Expressionismus bezieht.
In seiner Malerei, die im Guggenheim Museum ausgestellt wird, kombinierte er schon damals die digitale und analoge Bildsprache. Er generierte mit einem Computerprogramm Bilder, die er mit Siebdrucktechnik riesig aufzieht und diese dann wieder übermalt.

Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten, Preisen, aktuellen sowie kommenden Ausstellungen findet ihr unter diesem Link:

Preise & Öffnungszeiten

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