New York – Ein Mythos wird wahr

Einen Bericht über eine Reise zu schreiben ist manchmal genauso einfach wie auch schwer. Jedes Land, jede Stadt, jeder noch so kleine Ort hat eine ganz eigene Energie und diese in Worte zu fassen ist manchmal gar nicht so leicht. Über New York zu schreiben finde ich allerdings besonders schwierig. New York war für mich bis zu dem Tag an dem ich mit beiden Füßen auf der Big Apple Erde stand ein Mythos. Ein Sehnsuchtsort, Schauplatz unzähliger Filme, ein brodelnder Kessel aus verschiedensten Nationalitäten und Träumen die irgendwann wahr werden. In Gedanken an die Reise zur amerikanischen Metropole, die niemals schläft, war es als würden meine Erwartungen und freudigen Gefühle ein Wettrennen in mir veranstalten. Ich war aufgeregt und voller Spannung. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde meine Wahl in jedem Falle auf Brooklyn fallen. Manhattan ist jedoch der Teil, den wir aus den Filmen kennen. Da wo tausende Lichtblitze rund um die Uhr farbige Werbebotschaften gen Himmel schicken. So auch in der Realität. Auf dem Time Square herrscht sozusagen niemals Nacht.

Ich bin überrascht wie klein die freiheitsversprechende Dame ist, die mit einer unbeweglichen Fackel ein neues Leben heranwinkt. Ich versuche in den zehn Tagen, die ich in New York habe meine Zeit gut aufzuteilen und trotz der vielen sehenswerten Ecken nicht zu viel Zeit in Manhattan zu verbringen, auch wenn der Financial District definitiv etwas hergibt und das Monument zum Gedenken der Opfer des 11. September wirklich beeindruckend umgesetzt wurde. New York ist weniger eine Reise als ein Staunen und trinken und essen und laufen und ein bisschen einkaufen. Was man hier vor allem gut kann ist frühstücken und brunchen. Wenn man sich durch Reiseführer und das Internet arbeitet, ist die Fülle an Orten, die einem das Beste vom Besten versprechen, überwältigend. Je nach persönlichem Geschmack und Stil kann man sich am Ende jedoch eine ganz bescheidene Liste erarbeiten, die in meinem Falle ihre volle Wirkung gezeigt hat. Von Egg Benedict, Burgern in unzähligen Varianten, Riesenhotdogs, vor Fett triefenden Dumplings in China Town bis hin zur schmackhaften Käseplatte in holzvertäfelten Bars.

Ein Trip in New York gräbt sich tief in den Geldbeutel und in dieser Stadt ist es tatsächlich schwer hohe Preise zu umgehen. Möglich ist es dennoch. Typisch amerikanisch füllt ein warmer Bagel mit Frischkäse auch für kleines Geld den Magen. Diesen kann man dann mit einem Kaffee vorzugsweise im Central Park oder aber in den unzähligen anderen Grünanlagen in New York genießen.

Was es vor allem in Brooklyn wie Sand am Meer gibt sind Vintage- und Flohmärkte. Es macht Spaß durch all die Stände zu schlendern und zwischen alten Schätzen hin und wieder den ein oder anderen talentierten Handwerker zu finden, der mit Leidenschaft Schmuck, Taschen oder Kleidung produziert. Dabei ist man von eindrucksvoller Streetart umgeben, die Gemäuer und Häuserwände zieren. Anders als auf meinen Rucksackreisen, habe ich in New York auf Couchsurfing verzichtet und mich vor Abflug bei Airbnb nach Unterkünften umgeschaut. Am Ende in einem Loft eines Künstlers zu landen und den sich hinter der so berühmten Skyline NY´s abzeichnenden Sonnenuntergang auf einem Dach zu genießen, fühlte sich dann wirklich an als sei ich eine Statistin in einer schnulzigen, amerikanischen Romantikkomödie – inklusive Happy End natürlich. Ein Moment, den ich nicht vergessen werde.

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