Paris … die Stadt der Liebe?!

Wenn man sich heute über Paris unterhält fallen einem leider erst einmal die schockierenden Vorfälle in jüngster Vergangenheit ein. Alles hinterlässt seine Spuren und alles ist in Bewegung. Dinge verändern sich. Das blinkende Herz über den Stadtmauern von Paris wird nun überschattet. Kurz nach den Geschehnissen des 13. Novembers bin ich nach Paris gefahren. Einige Jahre zuvor war ich mit einem Freund schon einmal in der Stadt. Allerdings nur ein paar Stunden am frühen Morgen. Diesmal wollte ich mir die Stadt genauer anschauen.

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Länder, Städte, Orte und Straßen haben bei mir ihren eigenen Soundtrack. Je nach Tageszeit, Wetter, Farben und Formen assoziiere ich etwas anderes und finde mich zum Beispiel in einer Szene aus einem Film wieder. Diese Erinnerungsfetzen sind die emotionalen Untertitel wenn ich an einem neuen Ort bin. Städte weisen meist die selben Strukturen auf und es ist eine kleine Kunst inmitten all dieser Ähnlichkeiten, die kleinen, aber landestypischen Dinge zu entdecken. Einer meiner Lieblingsbeschäftigungen ist es neue Wege und Straßen zu Fuß zu entdecken. Es ist günstiger, flexibler und man bekommt einiges zu sehen was man in einer U-Bahn nicht zu sehen bekommen würde.

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Meine erste süsse Bekanntschaft mache ich mit einem köstlichen Eclair, welches ich auf dem kleinen Gipfel des Parc des Buttes-Chaumont verputze. Der Blick über die Stadt ist eher bescheiden als beeindruckend, jedoch ist es ein schöner Ort um unter der kleinen Kuppel zu sitzen und von oben auf den kleinen See zu blicken. Bei einem Spaziergang durch Montmartre habe ich das Gefühl ich bin in dem Paris angekommen, welches ich mir in meinen Vorstellungen zusammengebastelt habe. Romantisch, ein bisschen verwegen und ein wundervoller Blick über die Stadt und auf den Eiffelturm.

Die vergangenen Terroranschläge haben Soldaten hinterlassen, die mit starrem Blick und schwer bepackter Uniform die Wahrzeichen von Paris überwachen.

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Zu den Vierteln der alternativen Szene, junger Künstler und hipper Cafés gehört unter anderem Canal Saint-Martin. Hier entdecke ich wunderbare Orte. Dazu gehört zum Beispiel das sogenannte Schrottmuseum Le Comptoir Général. Tagsüber ein Sammelsurium an alten Karten, Möbeln und allerlei Kleinigkeiten umrahmt von großen Zimmerpflanzen lässt es sich hier gemütlich einen Kaffee trinken, um dann abends zu einer gut besuchten Bar transformiert zu werden. Es lassen sich auch Second-Hand Kleidung und Bücher ergattern und ein Glücksgefühl nachdem man etwas gesehen hat, was man so nicht erwartet.

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Auch wenn der Eiffelturm als Fotomotiv schon etwas vergriffen ist, beeindruckt die Konstruktion in Realität durchaus. Vor allem in der Nacht, die im Dezember weihnachtlich erleuchtet ist. Aus der Ferne lässt er sich an der Spitze ergreifen und fast in die Hosentasche stecken. Der Louvre ist an Prestige nicht zu übertreffen, das Centre Pompidou eine einzige, lohnenswerte Kunstsafari. Das Gebäude an sich ist schon ein Hingucker und ich verbringe einen ganzen Tag inmitten von Kunstwerken verschiedenster Sparten.
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An verschiedenen Häusern, Straßen etc. erinnern Plakate, Blumen und Wimpelketten mit französischen Landesflaggen immer wieder an die Attentate. Hier hat ein Verlust stattgefunden, wie an so vielen anderen Orten auf dieser Welt auch. Jeder hat auf seine eigene Art und Weise etwas oder jemanden verloren. Paris bleibt. Und ist schön.

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