Roadtrip: Norwegen, die Fahrt

Auf nach Norwegen! Spätestens seit der Überfahrt auf dem Bingo-Boat im letzten Herbst haben Fährfahrten für mich jegliche Seefahrerromantik verloren. Es kam auch diesmal, wie es kommen musste: Ich Sparfuchs hatte einen Liegesessel mit der Nummer 1007. Die 1006 und 1005 gehörten zwei Jungs vom Typ Hooligan, mit jeweils einer Flasche Schnaps und einer Cola zum Mischen. Ich lehnte dankend ab.

Zum Glück verteilten sich im Laufe der Nacht alle(!) Liegesessel-Reisenden über den Fußboden der Dunkelkammer und um 6.00 Uhr öffnete endlich das Frühstücksbuffet, das ich mir mitgebucht hatte, weil ich wusste, dass man auf einer Fähre nie gut schläft und sich Morgens über jeden Kaffee freut, den man kriegen kann. Das Schiff legte währenddessen in Stavanger an und ein Großteil der Passagiere ging von Board.

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Als die Fähre wieder ablegte, um ihre Fahrt nach Bergen fortzusetzen, ging hinter Stavanger langsam die Sonne auf. Ich suchte mir einen gemütlichen Fensterplatz und was dann folgte war tatsächlich so etwas wie Kreuzfahrt-Feeling. Norwegens Küste zeigte sich unter strahlendem Sonnenschein von ihrer besten Seite. Das Schiff fuhr die gesamte Strecke von Stavanger nach Bergen in einem Abstand von lediglich ein paar hundert Metern die Küste entlang, so dass man wirklich unglaublich viel zu sehen bekam. Als wir in den Hafen von Bergen einliefen waren alle Zweifel verflogen, ob Norwegen im Herbst wirklich eine gute Idee war. Zu schön waren die Eindrücke von Herbsttönen auf grauem Fels.

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Es war sicherlich blöd aber ich ignorierte den Tipp meiner Eltern in Bergen unbedingt mit der Zahnradbahn zu fahren. Kaum war ich vom Boot runter rollte ich auch schon auf der E39 in Richtung Norden. Ich hatte ein Ziel, von dem Google Maps sagte, dass es ca. 362 km entfernt liegt und die Fahrt 6 Stunden und 30 Minuten dauern würde. Hätte ich mir bei dem Namen Bergen auch denken können, dass es sich landschaftlich ein wenig von Norddeutschland unterscheidet!? Später sollte ich in einem Gespräch mit einer Bekanntschaft aus Oslo die Strapazen der Fahrt – wie ich fand – ganz gut auf den Punkt bringen: „I’m from a flat land. I normally don’t climb on anything that is higher than a tree or a fence!“

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Nächster Halt: Hoddevik

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