Um die Welt reisen mit … Sille – Lombok und die Gili Islands

Willkommen zu Silles Reiseberichten. Diesmal: Lombok und die Gili Islands!

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+++ Lombok +++

Wie schon erwähnt, lag in Lombok ja all unsere Hoffnung auf ein bisschen Erholung vom Reisen auf Java! Und schon auf der Taxifahrt nach Kuta, einem kleinen Surferdorf im Süden der Insel, zeigte sich Lombok von ihrer schönen Seite – palmengesäumte Straßen, die man sich auch gern mit Kühen teilt, kleine Dörfer mit fröhlichen Menschen und so wenig Verkehr! Herrlich!

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In Kuta (nicht zu verwechseln mit Kuta auf Bali, darauf legt man hier Wert!) ist der Tourismus natürlich auch schon angekommen, aber auf eine entspannte Weise (Beispiel: bevorzugte Anrede ist hier „Brother & Sister“) Vor allem Surfer kommen hierher, um mit dem Mofa die vielen verschiedenen kleinen Buchten der Südküste abzuklappern und bis auf ein paar Unterkünfte, Restaurants und Bars scheint hier vieles noch so zu sein wie vor 10 Jahren, als die erste Surfschule eröffnete. Der Großteil der Einwohner Lomboks ist muslimisch und so ruft 5 mal am Tag der Muezzin lautstark zum Gebet, während die Touristinnen leichtbekleidet mit den Indo Surfer Boys durch Kuta schlendern. Eine sonderbare Mischung aus Tradition und Tourismus, die einen stets daran erinnert, dass man nur Gast ist und sich entsprechend zu verhalten hat.

Der Müll ist auf Lombok, wie häufig in Indonesien, unverkennbar ein Problem. Es scheint so, als ob dem Indonesier nicht nur die Möglichkeiten, sondern vor allem das Bewusstsein für eine vernünftige Müllentsorgung fehlt. Es gibt keine Mülltonnen, geschweige denn eine “Müllabfuhr” und so schmeißt jeder seinen Müll dahin, wo es gerade passt. Und an jeder Ecke und hinter jedem Haus rottet der Plastikmüll so vor sich hin, als ob nichts wäre. Als deutsche Saubermänner würden wir am liebsten den großen blauen Müllsack nehmen und aufräumen, damit diese Insel nicht auch den Mülltod stirbt wie man es von Bali hört.

Schnell hatten wir uns eingelebt in unserer Unterkunft und auch ein günstiges Stammwarung gefunden. Letzteres heißt im Detail, dass wir uns in den darauffolgenden 6 Tagen zwei mal täglich systematisch durch die Speisekarte futtern sollten – Never change a Running System! (Tipp: Warung Jawa II in Kuta)

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Auch wenn wir mit Mopeds leider nicht mehr die beste Assoziationen verbinden, ist es doch das beste und vor allem billigste Fortbewegungsmittel auf der Insel. (Wenn auch ganz sicher nicht das gesündeste, wenn man sich die zum Teil doch recht gravierenden Blessuren oder sagen wir besser Bremsspuren auf den Körpern der Touris ansieht!) Also haben wir uns natürlich auch ne Möff gemietet und verbrachten unsere ersten Tage auf Lombok mit Roadtrips durch grüne Landschaften und Tabakplantagen, besichtigten alte Dörfer der Sasak, den „Ureinwohnern Lomboks“ und machten immer mal wieder halt an unfassbar schönen und verlassenen Stränden.

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Bis auch wir uns endlich aufs Surfbrett wagten! Während Philipp die Kunst ja schon beherrscht, hatte ich also meine erste Surfstunde bei Ali – einem Local aus Kuta und ein Glücksgriff für mich, denn er verstand sein Fach wirklich und brachte mich schwuppdiwupp dazu, auf der Welle zu reiten und zwar bis zum Strand! (Ein gewisses Grundtalent der Autorin natürlich vorausgesetzt, wie mir Ali bestätigte! Ha!) Wir waren angefixt und hatten Ali und seine Dienste für den nächsten Tag gleich wieder gebucht, aber es sollte nicht sein: wir warteten morgens um 06:15 Uhr vergeblich auf den Kollegen und waren froh drum, denn wir konnten uns beide kaum auf den Beinen halten. Die frittierten Bananen der Surferdudes am Vortag waren wohl nicht für unsere europäischen Mägen gedacht und so verbrachten wir unseren letzten Tag auf Lombok nicht als Surfstars auf dem Wasser, sondern dahinvegetierend im abgedunkelten Zimmer. Muss wohl auch mal sein. Und war eigentlich der beste Moment, die Zelte abzubrechen und weiterzuziehen zu unserer nächsten Station: den Gili Inseln. Oder vielmehr die Auszeit von der Auszeit.

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+++ Gili Inseln +++

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Wir hatten uns dafür die zweitgrößte der drei Gili Inseln ausgesucht. (Zweitgrösste heißt konkret, man braucht 90 Minuten, um die Insel zu Fuß zu umrunden statt 60 bzw 120). Hier kann man, so sagte man uns, hervorragend nichts tun, ohne dabei auf ein gewisses Maß an Infrastruktur zu verzichten. Und obwohl nur 20 Bootsminuten vom Festland gelegen, ist man bei Ankunft wirklich recht schnell recht weit weg und schaltet wortwörtlich einen Gang runter. Motorisierte Fortbewegungsmittel gibt es hier nämlich wirklich nicht, nur Fahrräder und kunstvoll geschmückte Pferdekutschen. (Während das hier für uns das Paradies ist, muss es für die Einwohner Jakartas wohl wie die Steinzeit sein!) Als eiserne Sparfüchse entschieden wir uns gegen die Kutsche und stapften um die halbe Insel auf der Suche nach unserem Bungalow. (Unser eisernes Fortbewegen per Fuß stösst hier übrigens immer wieder auf völliges Unverständnis! Ich sag ja, die Indos kommen alle mit einem fahrbaren Untersatz auf die Welt!)

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Unsere kleine Bambushütte entsprach vollstes unseren Vorstellungen (bis auf die vielen kleinen krabbelnden Freunde hier und da, aber das gehört wohl auch zum Inventar) und es dauerte nicht lange, bis wir mitten im Gili Flow waren. Auch wenn sich an der Küste die Bungalows aneinanderreihen und hinter jeder Kurve die nächste Strandbar mit noch besserem Meerblick und noch kälterem Bier wartet, wirkt die Insel nicht im geringsten überlaufen. Was wohl an der allgemeinen Grundentspanntheit liegt, die hier herrscht…man verbringt seine Zeit hier nämlich ausschließlich mit schwimmen, rumliegen, Fahrrad fahren, Sonnenuntergang angucken, essen und schnorcheln!! Da ich schnell beobachtete, dass Schnorchel und Taucherbrille wichtigste Gili Accessoires sind, habe ich mich natürlich auch umgehend mit Equipment eingedeckt (Philipp hatte sein Set natürlich in weiser Vorahnung mitgebracht) Eine lohnende Investition! Es ist wirklich beeindruckend: was von über Wasser aussieht wie ein paar Steinbrocken hier und da, ist unter Wasser die aufregendste Unterwasserwelt, die man sich vorstellen kann! Direkt unter uns und so ganz ohne Vorwarnung schwimmen da auf einmal Fische in allen Größen und Farben, blaue Riesenseesterne und Meeresschildkröten durch die Gegend und scheinen völlig unbeeindruckt von unserer schnorchelnden Präsenz! Was für ein Vergnügen, der Meeresschildkröte einfach hinterher zu schwimmen und zu beobachten, wie die sich gemütlich durch die Korallen futtert. (Für manchen mag das jetzt ein alter Hase sein mit dem Schnorcheln, aber für mich ist das tatsächlich Neuland und ich frag mich, wieso ich da nicht schon früher drauf gekommen bin??)

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Aber Schnorcheln war uns natürlich irgendwann nicht genug, der Weltreisende will schließlich unterhalten werden! Nachdem es auf den Gilis leider keine Wellen zum Surfen gab, widmeten wir uns der zweiten Sportart eines Weltreisenden: dem Tauchen! Mit einer gehörigen Portion Respekt, aber dennoch vorfreudig-neugierig haben wir uns für einen Scuba Diving Tageskurs bei dem recht fülligen, aber durchweg kompetenten Garreth angemeldet! Nach erster Tuchfühlung im Pool und erfolgreichem Eignungstest war er da: der erste Tauchgang in die Tiefen des Ozeans! Gut, es waren nur 12 Meter, aber die hatten es in sich und waren völlig ausreichend, um uns zu infizieren! Es war aufregend und einfach nur toll und jetzt wollen wir mehr!! Unsere Zeit auf Gili Air reichte leider nicht aus, um einen richtigen Tauchschein zu machen, aber in Malaysia ist er definitiv fällig!

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Und Malaysia ist schon das Stichwort: unsere Zeit in Indonesien neigt sich nämlich dem Ende zu! Nach Bergen von Nasi Goreng und Wassermelonenshakes und mit den wunderbarsten Erinnerungen im Gepäck verabschieden wir uns nun von Indonesien. Etwas wehmütig, denn wir haben das Land und vor allem seine Bewohner sehr liebgewonnen – es sind ohne Zweifel die freundlichsten Menschen der Welt! Aber man soll ja bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist und das machen wir jetzt! In Malaysia warten schon weitere Abenteuer auf uns! Sightseeing in Kuala Lumpur, Trekking auf Borneo, Tauchen an der Ostküste! Das ist zumindest grob der Plan, aber wer weiß schon, was die Zeit so bringt! Ich werde euch berichten!

Alles Liebe vom anderen Ende der Welt!

Eure Sille

Unser Tipp für das Reisen in Indonesien: Das beste und vor allem günstigste Fortbewegungsmittel auf den Inseln ist das Moped. 

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