Unterwegs in London

London! Kennt ihr das wenn man noch nie an einem Ort war und dennoch eine Idee hat, wie man es finden könnte? Generell das Phänomen einen Eindruck von etwas zu haben, ohne wirklich einen Eindruck gewonnen zu haben? Wie dem auch sei. Mir erging es so mit London. Dachte ich an die Stadt kam mir etwas graues, konservatives in den Sinn. Wie gut das ich nun endlich mal dort war und mich die echte Erfahrung eines Besseren belehrt hat. Laut Wikipedia ist London flächenmäßig doppelt so groß wie Berlin und ich als passionierte Berlinentdeckerin (kurze Randnotiz: ich lebe seit sieben Jahren in Berlin), habe mich gleich von dem Gedanken verabschiedet alles zu machen und zu sehen was ich mir vorgenommen hatte. Fünf Tage galt es zu füllen und das war nicht schwer. Müsste ich London in einem Satz beschreiben, würde ich sagen: „Diese Stadt ist wie jemand der dir unaufhörlich buntes Konfetti über den Kopf schmeißt und dabei freudig jauchzt.“

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Unter anderem habe ich nach vielen Reisen eine Sache gelernt: Die meist so hoch angepriesenen Sehenswürdigkeiten mögen zwar ihren Charme haben, sind jedoch meist viel zu teuer und am Ende eher langweilig oder übervölkert von Touristen. Ich bin dankbar für diese Lektion, denn es erspart mir viel Stress und Druck wenn ich in einer neuen Stadt bin. So auch in London! (Dies gilt natürlich nicht für alle klassischen Sehenswürdigkeiten). Museen in London sind kostenfrei und beeindruckend in Architektur und Ausführung. Besonders empfehlen kann ich das „Tate Museum“ und das „Museum of Natural History“.

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Überzeugt hat mich London jedoch auf eine ganz andere Art. Die Stadt sprüht förmlich vor alternativen, kleinen, hippen Großstadtinseln wo sich Künstler verschiedenster Sparten ausleben und eine bunte Mischung aus Kleidung, Handwerk, Papierkunst, Feinkost und Fusion Küche präsentieren. Foodtrucks sind schon lange keine Seltenheit mehr, in London jedoch an jeder Ecke allgegenwärtig. Unzählige Märkte verführen mit Cupcakes, Oliven, Kaffee, selbstgemachte Kosmetik und exotischem Silberschmuck. Es gibt viele Wege die Stadt zu erkunden und besonders gut funktioniert es wenn man erst einen Bezirk und dann einen anderen entdeckt. Kreuz und quer geht natürlich auch, doch es stiehlt Zeit, denn London ist wirklich riesig. Aufzählungen sind langweilig, doch möchte ich hier gerne ein paar Orte benennen die sich wirklich lohnen zu sehen. Wer es liebt sich querbeet durch verschiedene Nationen zu futtern, so wie ich es gern tue, sollte über die Märkte schlendern und sich nach Lust und Laune treiben lassen. Sitzen kann man überall!

  • Ein Gelände namens „The Horse Hospital“ (Achtung! Nicht zu verwechseln mit der Underground Gallery „The Horse Hospital“) beherbergt den „Camden Market“.
  • „Pop Brixton“
  • „Brixton Village“ und direkt gegenüber „Brixton Food Court“. Ein toller Ort um zum Beispiel ein Glas des berühmten, britischen Getränks „Pimms“ zu trinken.
  • Eine kleine Oase mitten in Covent Garden: „Neal´s Yard“!
  • „Borough Market“
  • Für eine Tasse Kaffee aus der eigenen Rösterei in unverwechselbarem Ambiente sollte man im „Scooterworks“ vorbeischauen…
  • Für ein riesen Stück Karottenkuchen setzt man sich zum Beispiel in „Muriel´s Kitchen“.

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London strahlt in all seinen Farben, vor allem besonders grün. Barfuß, picknickend in einem Park und ein paar Regentropfen auf der Nasenspitze, die man mit Sonnenschein im Rücken fast überfühlt. Nach einer kurzen Zugfahrt lande ich im Richmond Park und teile mir die Pfade über Wiesen mit Rehen. Wildblumenpflückend zwirble ich einen Blumenkranz und komme endlich an meinem Ziel an: Petersham Nurseries. Wenn Menschen diesen Ort als „Oasis“ beschreiben dann treffen sie damit voll ins Schwarze. Umgeben von Blüten, die in den kräftigsten Farben strahlen und dabei einen Duft ausströmen, den man sich am liebsten einpacken und mit nach Hause nehmen möchte, wandere ich von einer Ecke zur nächsten. In den Gewächshäusern gibt es nicht nur Pflanzen zu entdecken, sondern auch liebevoll aufbereitete Möbelstücke. Auf einem beiliegenden Blatt Papier kann man sich die Geschichte des vorherigen Besitzers durchlesen und anschließend im Café hauseigenen Birnensaft trinken.

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