Vollgas unter Palmen

Familienurlaub auf Mallorca – ich hab mich super auf diesen Sommerurlaub gefreut. Nicht weil ich der größte Fan der balearischen Lieblingsinsel der Deutschen bin, sondern weil dieser Urlaub, anders als die meisten meiner Reisen, mal ein Klassiker werden sollte. Strand, Essen, Strand, Essen, Bett. Kommt den meisten bekannt vor aus dem Urlaub – mir nicht. Genau aus diesem Grund freute ich mich wie ein kleines Kind auf sein Eis. Und natürlich auf meine Familie. Der eine wohnt hier, der nächste da, man sieht sich viel zu wenig, gerade wenn Babies im Spiel sind. Die wachsen nämlich schneller als Unkraut und wenn man sie sich nicht häufig genug anguckt, kann es passieren, dass der Tanten Spruch ‚Bist du groß geworden‘ aus einem rausrutscht und das wollten wir ja alle nicht, so etwas sagen.

Also voll Breitseite 2 Wochen 8 Erwachsen – 1 Baby. Hätte vollkommen in die Hose gehen können, ist es aber nicht. Es war wunderschön und auch Mallorca kann man etwas abgewinnen. Wenn man die Augen zu ganz kleinen Schlitzen macht und nur durch die Wimpern luschert. Ganz so schlimm ist es nicht, aber mich hat es ein bisschen traurig gemacht, denn Mallorca ist zweifelsohne mal eine Grand Dame gewesen, dessen Schönheit wild und ungezähmt ganz bestimmt bis nach Bagdad gestrahlt hat. Jetzt allerdings trägt sie die Last des Massentourismus schwer auf ihren Schultern. Und weil man die Formvollendung der Berge und Buchten   immer noch durch die in Tennissocken und Wandersandaletten steckenden weißen Beine durchblitzen sieht, kann man erahnen, dass diese Insel einst fast zu schön war, um wahr zu sein. Und deshalb werde ich irgendwann erneut über die Insel streifen und sie suchen, diese Stellen, denen noch ein Hauch von Unberührtheit innewohnt.

Bilder: Martin Saß & Lena Jacobsen

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