Wien –> Königssee –> Salzburg –> Brüssel –> Brügge

Reisen sind schon was Tolles und der Gedanke daran in die weite, unbekannte Ferne zu  tingeln hinterlässt immer ein vielsagendes Kribbeln. Jedoch spielt Zeit eine große Rolle, manchmal mehr noch als Geld, zumindest in meinem Fall, denn ich habe mit den Jahren gelernt, dass es sich dank alternativer Wege auch ohne viel Geld reisen lässt.  Sobald sich ein Freiblock aus leeren Tagen ergibt nutze ich diesen immer gerne um an Orte zu fahren, die ich noch nicht kenne, oder in Städte zu fahren in welche liebe Freunde wohnen. Vor ein paar Monaten habe ich mir eine kleine Route gesteckt, die ich mit dem Bus abgefahren bin. Von Berlin ging es nach Wien, von Wien für einen kurzen Zwischenstopp an den Königssee, um dann weiter nach Salzburg zu fahren und nach ein paar Tagen den kleinen Trip mit Brüssel und Brügge abzuschließen.

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Durch die Nacht von Berlin nach Wien auf Rädern und am Tage dann durch Straßen und Gassen in halbbequemen Schuhen.  Aber der kleine Braune macht´s dann wieder gut. Das ist übrigens ein Kaffee. Um ehrlich zu sein fand ich das fast gewöhnungsbedürftiger als ein „Sawadee kha“ in Thailand zur Begrüßung. Aber jedem Land das Seine.  Wien ist nicht die günstigste Stadt und das reizt mich immer ganz besonders, denn nach langem, manchmal auch kurzem Suchen findet man alternative Orte an denen fast alles für ein paar Münzen möglich ist. Zum Beispiel bei der Wiener Deewan.  Hier gesellt man sich zu anderen, schlägt sich den Bauch voll und zahlt am Ende soviel oder so wenig wie man möchte und kann.

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Wien ist perfekt um Spaziergänge zu machen, Kaffee zu trinken und in Büchern zu schmökern. Oftmals spare ich Museen aus und schaue mir stattdessen ein Theaterstück an. So auch im Schauspielhaus Wien. Ein absoluter Ohrenschmaus, wenn man auf den österreichischen Dialekt steht.

Auch in Salzburg ist man gut zu Fuß unterwegs. In dem beschaulichen Städtchen wird es noch ein bisschen gemütlicher als in Wien und so richtig schön.  Damit meine ich natürlich die berühmten Hausfassaden, die sich links und rechts der Salzach aufbäumen und der Stadt ihren romantischen Unterton verleihen.  Hier lässt es sich auch ganz famos couchsurfen und Wraps im Afro Café essen auch wenn ein Besuch in der Kaffeeoase eine Überdosis an pink zur Folge hat.

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Mein kleiner Abstecher an den Königssee zwischendurch ist der Moment in dem ich Luft holen kann. Der Moment den ich mir im Alltag oft wünsche wenn es mal zu laut und zu viel wird. An der kleinen Wallfahrtskapelle St. Bartholomä, auf der Halbinsel Hirschau, werde ich ganz andächtig beim Anblick der Berge und der samtenen Oberfläche des Sees. Die tiefroten, runden Kuppeldächer schmeicheln dem darüber hängenden blauen Himmel und sind ein weicher Kontrast zu den schroffen Bergen im Hintergrund.
Der kleine Umweg hierhin hat sich gelohnt, auch wenn mir kurz darauf eine lange Busfahrt nach Belgien bevorsteht, denn so ganz um die Ecke wohnen die belgischen Freunde dann doch nicht.

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Brüssel leitet mich durch viele Straßen die immer noch den wunderschönen Jugendstil auf ihren Schultern tragen. Genau damit entzückt mich die Stadt immer wieder. Diese großen Türen und Fenster, die immer mal wieder einen kurzen Blick in große Räume zulassen, machen schon sehr in sich verliebt. Brüssel ist multikulti und das merkt man auch. Eine bunte Mischung aus verschiedensten Nationen verleihen der Stadt Vielseitigkeit und der Wind trägt Fetzen verschiedener Gespräche in französisch, flämisch, englisch und arabisch von Ohr zu Ohr. Wer es kulinarisch liebt findet hier nicht nur die berühmten Gaufre de Bruxelles, sondern auch köstliche, in Fett gebackene, marokkanische Pfannkuchen, welche unter anderem mit Frischkäse, Datteln, Honig und getrockneten Tomaten gefüllt werden.

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Ein Abstecher nach Brügge?

Wer für ein paar Tage in Brüssel ist sollte es sich nicht nehmen lassen zumindest einen Tagesausflug nach Brügge zu unternehmen. Einigen wird die kleine Stadt, spätestens nach dem Film Brügge sehen und sterben, schon ein Begriff sein. Ich kann ohne mit der Wimper zu zucken behaupten das dies ein magischer Ort ist und noch dazu einer der schönsten Städte, die ich jemals auf meinen Reisen besucht habe. Hier kann man ohne Stadtplan durch die Gassen wandeln und sich entlang der Kanäle von der Harmonie und der gemütlichen Architektur einnehmen lassen. Wenn es Abend wird spiegeln sich die erleuchteten Fenster im Wasser wider und Schwäne ziehen ihre letzten Runden. Es gibt an jeder Ecke eine Bank, die dazu einlädt den Moment ein wenig in die Länge zu ziehen und wer die Augen ganz besonders gut aufsperrt entdeckt einen kleinen, verwunschenen Garten mit Kunstwerken und Vogelhäusern.

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