Moin Moin, Ostsee!

Dieser Sommer ist Komplex.* Gestern zum Beispiel. Bis 18.00 Uhr wollte ich noch mit dem Zug ans Meer fahren, weil irgendwelche Wellenvorhersagen und 30°C im Schatten mich in den Streuner-Modus versetzen. Ich habe leider zu lange darüber nachgedacht, ob ich es wirklich machen sollte, so dass ich die letzte(!) Zug-Bus Verbindung des Tages um 18.28 Uhr nicht mehr erwischt hätte. Ein Mann der Tat sieht anders aus. Von 18.00 Uhr bis 18.20 Uhr habe ich mich dann darüber geärgert, dass ich nicht einfach zum Bahnhof gefahren bin.

Um 18.20 Uhr rief ich bei der nächstgelegenen, günstigen Autovermietung an, die um 18.30 schließen sollte. Es gab noch einen Smart für 55,00 EUR, das ganze Wochenende. „OK, bis gleich!“ sagte ich und sprang die Stufen im Treppenhaus herunter, wie ich es zuletzt als Kind bei meinen Eltern tat. Das Surfbrett passte, gerade so eben, irgendwie mit offenem Dach. Ich bekam einen Smart Cabrio. Glück gehabt. Mit etwas mehr davon hätte ich bei Sonnenaufgang ein paar schöne Wellen an der Ostsee bekommen.

Ich hatte Pech, das sich im Nachhinein aber nach Glück anfühlt.

Ich schlief am Strand. Wer kann schon in einem Smart mit einem Surfbrett schlafen? Wie lange habe ich bitte nicht mehr am Strand geschlafen und vor allem warum nicht? Wenn ich auf die letzten Wochen in Deutschland zurückblicke hätte man fast jede Nacht im Freien übernachten können.

Die Ostseeküste erwachte mit kleineren Wellen als gehofft. Die vorhergesagten starken Böen in der Nacht waren um 4.00 Uhr nur noch laue Lüftchen. Dafür ein Sonnenaufgang wie er schöner nicht sein kann. Ein klarer Wettbewerbsvorteil einer Ostküste, der mir erst dort wieder bewusst wurde.

Im Wasser war ich dann doch noch. Zusammen mit drei nacktbadenden Senioren, die den tropisch warmen, frühen Vogel genauso herrlich fanden wie ich. Moin Moin, Ostsee!

* Wie Ray so schön sagen würde

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