One Night in Klanxbüll

Der Trip schien schon fast Routine zu sein. Wir waren mal wieder auf dem Weg nach Dänemark, als uns das Wetter überredete, einen Stop in Klanxbüll einzulegen. Einem Ort in Nordfriesland, der den meisten als letzte Station vor der Überfahrt nach Sylt bekannt sein könnte. Für uns, bis dahin, ein unspektakulärer Bahnhofsparkplatz für 3,50 EUR/24Std., der nur dazu diente, am nächsten morgen einigermaßen früh und ausgeschlafen nach Sylt überzusetzen. Lag ja quasi auf dem Weg!?

Dass sich dieser Nebenschauplatz dann doch als spektakulärer herausstellte als wir erwarteten, deutete sich schon am Abend an. Die Ruhe, die leichte Briese, die das Ende des Sturms bedeutete, die lauten Rufe der letzten Zugvögel und die Pendler aus den Zügen, die in regelmäßigen Abständen für einen kurzen Moment Leben in diesen, sonst bereits schlafenden, Ort spühlten.

Am nächsten Morgen Nebel mit Sichtweiten, bei denen man nicht mehr von Weiten sprechen kann. Wind, Temperatur, Regenwahrscheinlichkeit, Gezeiten – wir hatten uns nicht unvorbereitet für Sylt entschieden. Nur an Nebel hatten wir beide nicht gedacht. Eine Überraschung bei der sich die Freude in Grenzen hielt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir trotzdem und sollten nicht enttäuscht werden. Nicht nur dass die Nebellandschaft beeindruckend war, sie wich mit der Überfahrt nach Sylt einem schönen Herbsttag mit guten Wellen.


Am Abend erreichte unser Zug wieder Klanxbüll. Wir ließen uns mit den anderen Pendlern aus dem Zug spühlen und trauten unseren Augen kaum. Was am Morgen noch grau und trist schien, war nun ein grelles Farbenmeer im beeindruckenden Sonnenuntergang. Als wieder Ruhe in den Ort eingekehrt war fuhren wir über einen Deich weiter in Richtung Dänemark. Kein schlechter Start ins Wochenende. Eine andere Geschichte …

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