Zu Besuch beim Sommer

Um ehrlich zu sein war ich vom bisherigen Verlauf des Sommers in diesem Jahr etwas angepisst. Klar, bin ich recht viel unterwegs aber dass liegt hauptsächlich daran, dass ich bei jedem Schietwetter aufbreche. Laue Sommernächte, Sonnentage am Strand und gemütliches Grillen im Park sind in diesem Jahr auch bei mir Mangelware. Nachdem die Woche anfing zu verlaufen wie ein Hamsterrad, entschied ich mich spontan den Freitag freizumachen und ans Meer zu fahren. Die Wettervorhersage, der Klassiker in diesem Jahr: Wind und Wolken.

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Am Donnerstag Abend, nach einem kurzen Einkauf für das Frühstück am nächsten Tag, fuhr ich aus der Stadt in Richtung Meer. Ich kaufte mir unterwegs noch ein Lübzer Alkoholfrei und etwas zu Essen beim örtlichen Klischee Neonazi-Treff. „Bockwurst oder Knacker?“ Über diese Frage musste ich wieder lachen, als ich das Bier am Strand bei letztem Licht und starkem Wind öffnete.

Um 5.00 Uhr klingelte der Wecker und es dauerte etwas bis mein verschlafener Kopf realisierte, dass ich mir die Automatismen des Alltags an diesem Tag schenken konnte. Stattdessen sprang ich erstmal ins Wasser, während irgendwo hinter den Wolken die Sonne aufging. Bis hierhin hätte dieser Ausflug auch im Spätherbst stattfinden können. Alleine die Temperatur der Ostsee war ein deutliches Indiz von Sommer.

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Um 8.00 Uhr war mir langsam kalt und etwas langweilig und ich entschied mich, doch noch ins Büro zu fahren, wo ich gegen 11.00 Uhr ankommen würde. Alleine die tägliche Routine zu durchbrechen und Schwimmen zu gehen fühlte sich schon an wie zwei Tage Urlaub. Also machte ich mich wieder auf den Weg. Dass das irgendwie überhaupt keinen Sinn machte merkte ich erst als auf der Autobahn die Sonne rauskam und der Kaffee im wärmenden Sonnenlicht noch besser zu schmecken begann. Die zweite Sommererfahrung an diesem Tag.

Kurz vor Mordor entschied ich mich den Heimweg wieder zu verlassen und die nächste Abfahrt zurück in Richtung Küste zu nehmen. Das diese zufällig zu meinem Ostsee Lieblingsort führte war Zufall. Die Wolkendecke war inzwischen vom Wind aufgerissen und ich war bereits im T-Shirt unterwegs als ich ein Meer aus Blumen passierte, das sommerlicher nicht sein konnte. Spontan fuhr ich rechts ran um ein Foto zu machen.

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Ich war auf der Suche nach Sommer losgefahren und hatte nicht wirklich damit gerechnet ihn zu finden. In den Details aber war er plötzlich überall, als wollte er mir sagen: „Nur weil hier nicht überall Bikini-Mädchen rumposen heißt das noch lange nicht dass ich kein Sommer bin, du Instagram Zombie!“

Angekommen, machte ich erstmal einen Mittagsschlaf hinter einer Hagebuttenhecke am Strand und genoss die wärmende Sonne, deren Kraft ich erst durch den natürlich Windschutz zu spüren bekam. Danach sprang ich nochmal ins Wasser und machte mich auf, den Küstenabschnitt noch ein bisschen mehr zu erkunden. Immer eine gute Idee!

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Um 18.00 Uhr war ich wieder auf der Autobahn in Richtung Hamburg. Es fühlte sich an, also käme ich gerade aus dem Urlaub, dabei war ich zu dem Zeitpunkt keine 24 Stunden unterwegs. Vor mir lag das Wochenende und ich war bereits tiefenentspannt und um ein bisschen Bräune und eine Erfahrung, die ich hier gerne weitergeben möchte, reicher:

Wenn dir das nächste mal der Sommer fehlt, besuche ihn einfach!

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