I Love The Seaside (Interview)

Für alle, die die europäische Südwestküste bereisen möchten, gibt es jetzt, neben dem Partner/der Partnerin und einem Surfbrett, eine unverzichtbare Begleitung. Der Reiseführer und Surf Guide I Love The Seaside bietet auf über 300 Seiten einen umfangreichen Überblick über die besten Surfspots, das Leben vor Ort und ausgewählte Geschäfte in Frankreich, Spanien und Portugal, die einen Besuch wert sind. Wir haben uns mit Autorin Alexandra Gossink über das Buch, die Entstehungsgeschichte und ihre Lieblingsorte unterhalten.

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Hallo Alexandra, erinnerst du dich noch wann und wo die Idee entstand einen Surf Reiseführer wie I Love The Seaside zu produzieren und zu veröffentlichen?
Klar, ich hatte den Namen schon seit einiger Zeit registriert, nachdem ich so einen „oh my god, how I do love the seaside!“ Moment hatte. Das war in Ericeira, Portugal, in einer dieser kleinen, von der Sonne ausgebleichten, Straßen. Ich glaube es war der Winter 2013/14 und ich war mir noch nicht ganz sicher, was I Love the Seaside überhaupt sein sollte. Eine Plattform, ein Buch oder einfach eine geteilte Leidenschaft für alle, die ähnlich fühlen wie ich?
Da wir (Geert-Jan, Ich und auch unser Designer Dim mit seiner Familie) die gesamte Südwestküste Europas schon so oft bereist und auch schon längere Zeit an bestimmten Orten verbracht hatten, kannten wir ziemlich viele Leute vor Ort, nette Läden, gute Plätze zum Rumhängen und spannende Unternehmungen. Wir haben es uns dann zur Aufgabe gemacht die lokalen Geschäfte und Sehenswertes mit Surfreisenden zusammenzubringen. Inzwischen gibt es immer mehr Leute, die auch mit ihrer Familie reisen oder auch Leute, die nicht surfen, andere Sachen erleben möchten, aber trotzdem den Surf-Lifestyle leben und den Ozean lieben.

Wer ist das Team hinter dem Buch und gab es eine klare Rollenverteilung während der Herstellung?
Ich bin der Boss … haha, Nein, es war ursprünglich mal meine Idee, aber es wäre nie so weit gekommen, wenn nicht jeder seine Rolle gehabt hätte und ein jeweiliges Talent eingebracht hätte. Im Kern sind wir zu dritt: Ich, Alexandra Gossink, die Autorin; Dim Rooker, der Designer; und Geert-Jan Middlekoop, der sich um den Vertrieb und Verkauf kümmert und die Inhalte mit mir zusammengetragen hat.
Die anderen Teammitglieder sind Gail Bennie, der aus Jersey stammt, aber in Portugal lebt. Er hat Korrektur gelesen und einige Texte beigetragen. Und die beiden Fotografen Melchior van Nigtevecht and Marinus Joris, die zusätzlich zu unseren Bildern noch tolle, atmosphärische Fotos beigesteuert haben.

Wie lange hat das ganze Projekt, von der ersten Idee bis zum fertigen Buch mit über 300 Seiten, gedauert?
Ah … ziemlich lange! :) Wirklich, von der Idee, Recherche, Schreiben, Design, über Crowdfunding und Druck, hat es über 2,5 Jahre gedauert.

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Ihr habt das Buch über Crowdfunding finanziert. Wie ist eure Erfahrung damit und würdet ihr diesen Weg der Finanzierung weiterempfehlen?
Ich würde es definitiv weiterempfehlen, insbesondere wenn es sich bei der Idee um eine Nischenprodukt handelt. Crowdfunding und ein großes Netzwerk waren unsere größten Stärken, denn das Crowdfunding war die beste PR um das Projekt publik zu machen. Es hat dazu geführt, dass auch diejenigen, die das Projekt nicht finanziell unterstützt haben, schon einmal davon gehört haben und wussten, was wir vorhaben. Wer sich dazu entscheidet sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass es fast ein Vollzeitjob ist, während die Kampagne am Laufen ist. Man muss an seine Idee oder das Produkt glauben und darf sich nicht zu schade sein die Leute immer wieder, auf allen Wegen (Emails, Facebook, Instagram und persönlich) darauf aufmerksam zu machen. Wir haben den Leuten sogar beim Surfen davon erzählt. :)

Was waren die größten Probleme beim Herstellungsprozess?
Vieles war für uns neu, wie z.B. das Crowdfunding und natürlich die Veröffentlichung. Der Designer und Ich hatten schon jahrelang als Freelancer für Magazine und verschiedene Kunden gearbeitet aber bei I Love The Seaside mussten wir alles alleine entscheiden. Manchmal waren wir uns unsicher oder es gab drei verschiedene Meinungen. Hinzu kam der Zeitdruck, als das Crowdfunding erfolgreich beendet war. Alles war viel mehr Arbeit als erwartet. Geert-Jan hatte die nötige Vertriebserfahrung, aber mit dem Verkauf kannte sich keiner von uns so richtig aus. Wir lernen immer noch so vieles, was auf der einen Seite eine Herausforderung, andererseits aber auch sehr spannend ist!

Was erwartet den Leser/die Leserin beim Kauf von I Love The Seaside?
In diesem Reiseführer beschreiben wir mehr als nur die Surfspots, wir legen den Fokus auch auf die Umgebung. Wir haben Orte (zum Schlafen, Essen und Trinken) herausgesucht, die von Herzen betrieben werden. Hauptsächlich kleine Geschäfte. Dazu stellen wir viele alternative Aktivitäten vor. Angefangen von Yoga und SUP, bis hin zu Reitmöglichkeiten. Das Ganze ist auch irgendwie ein „Feelgood“ Guide, ein schönes Buch für Zuhause um ein bisschen ins Träumen zu kommen. I Love The Seaside ist gespickt mit Yoga-Tipps, Rezepten, Interviews mit lokalen Künstlern, Shapern, Sportlern und vielen inspirierenden Fotos.

Für wen habt ihr I Love The Seaside geschrieben bzw. wer sollte sich das Buch definitiv zulegen?
Für alle Menschen, die sich irgendwie mit dem Meer verbunden fühlen und alle, die die Küste lieben. Und natürlich alle Surfer, sowie die Partner und Familien von Surfern, die mehr über die Umgebung, die Leute vor Ort, nette Geschäfte und Plätze in der näheren Umgebung der Surfspots erfahren wollen.

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Was macht die beschriebene Art zu reisen für dich so besonders?
Das Buch ist eigentlich für alle Arten zu reisen. Du brauchst dazu nicht unbedingt einen Campingbus. Es ist auch für diejenigen, die mit dem Flugzeug reisen und sich einen Leihwagen mieten oder einfach an einem Ort bleiben wollen. Es geht dabei eigentlich nur um den Fokus auf’s Meer und darum, dass die vorgestellten Orte Herzenssache sind.

Und was ist dein Lieblingsort im Buch?
Das ist eine schwierige Frage, denn ich kann ja verschiedene Plätze aus verschiedenen Gründen lieben. Die magischsten Orte sind für mich aber Galicien und Asturien in Nordspanien und die Bretagne in Frankreich. Wild, natürlich und irgendwie unentdeckt. Und Sagres in Portugal ist für mich ein besonderer Ort, weil ich dort so viel Zeit verbracht und viele gute Freunde gefunden habe.

Wem gehört eigentlich der Bus auf dem Cover des Buches?
Der gehört einem guten Freund aus der Umgebung von Sagres.

Jeder Bulli hat ja seine Geschichte. Was ist die Geschichte zu diesem Bus?
Wie gesagt, der Bus gehört ja einem guten Freund. Aber unser eigener Bulli, mit dem wir die ganzen Jahre unterwegs waren, hat natürlich eine Geschichte, die ich gerne erzähle: Vor ungefähr zehn Jahren bin ich krank geworden – Krebs. Ich hatte eine ziemlich heftige Operation und anschließende Behandlungen. Nach der ganzen Phase (inzwischen geht es mir wieder sehr gut!) haben wir realisiert, dass es besser ist, ein Leben zu leben, das man wirklich leben will. Ich habe mich immer nach einem Hund gesehnt und mein Partner Geert-Jan wollte schon immer einen Campingbus haben. Wir haben uns dann beides an einem Tag zugelegt, haben unsere Jobs gekündigt bzw. geändert, so dass wir zu einem Großteil von unterwegs arbeiten konnten. Hin zu weniger Geld, mehr Lebensqualität und der Rest ist … naja, hier ist nun I Love The Seaside!

Was gefällt dir besonders an der europäischen Küste?
Am besten gefällt mir, dass sie unterschiedlich ist, egal wo man hinkommt. Obwohl Surfen immer populärer wird, kann man immer noch leere Buchten und Strände finden.

Warum habt ihr nicht auch über die Küste der Niederlande geschrieben? Aus unserer (deutschen) Perspektive wäre dieser Abschnitt auch sehr interessant gewesen!?
Ah, wir denken bereits über neue Ziele nach, mit anderen Nordseeländern und Skandinavien. Der Grund, warum wir uns für den Südwesten Europas entschieden haben und es bei Frankreich, Spanien und Portugal belassen haben – was bereits ein sehr großes Gebiet ist – war, dass es dort die konstantesten Surfbedingungen gibt. Wir hatten darüber nachgedacht in den Niederlanden zu starten, aber hatten realisiert, dass wir lieber in den vorgestellten Ländern in die Tiefe gehen wollten. Je größer das Gebiet ist, das man vorstellt, desto weniger kann man am Ende darüber erzählen. Wir wollten das Buch deshalb nicht größer machen, als es jetzt mit über 300 Seiten ist.

Gibt es Pläne für ein zweites Buch?
Definitiv! Wir halten euch auf dem Laufenden! :)

Noch eine persönliche Frage zum Schluss: Warum liebst du die Küste?
Geboren und aufgewachsen am Meer kann ich mir ein Leben ohne das Meer nicht vorstellen. Ich liebe die Geräusche, den Geruch, die Aussicht, die Gemütlichkeit, die Kraft und das Versprechen von der Endlosigkeit des Meeres.

I Love The Seaside Video

Bilder zu I Love The Seaside

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Den Reiseführer/Surf Guide I Love The Seaside gibt es hier zu bestellen!

Alle weiteren Infos unter: ilovetheseaside.com

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