Straßenrandgeschichte: Pannenhilfe in Dänemark

Wir waren gerade auf dem Weg nach Aarhus, als sich folgende Straßenrandgeschichte zum Thema „Pannenhilfe in Dänemark“ ereignete: Ein lautes Scheppern und Schleifgeräusche ließen uns aufschrecken und rissen uns aus dem After-Surf-Groove und den Gedanken an frische Dagmar-Torte. Sofort angehalten, verriet ein Blick unter den Bus, dass ein Mittelteil des Auspuffs abgefallen war und nur noch an einem Ende am Wagen befestigt war. Die andere Seite lag auf einer Landstraße, irgendwo in Dänemark.

Kurz gesammelt, dann der Anruf beim ADAC, dem Joker eines jeden VW-Bus Besitzers. Ein paar Minuten später hielt ein junger Mann in Arbeitskleidung am Straßenrand und legte sich zielstrebig unter das Auto, direkt am abgefallenen Teil des Auspuffs. Das Problem erkannt, fuhr er noch mal kurz los, das passende Werkzeug holen. Wenig später kam er zurück und kurz darauf war der Auspuff befestigt. Der Mechaniker sagte, dass wir so erstmal wieder fahren könnten, obwohl der Wagen aufgrund der Durchrostung etwas lauter sei. Dann verschwand er nach einem Händedruck so schnell, wie er gekommen war.

Weiterfahrt nach Aarhus

Was für ein Service, mitten im Nichts, bei einer Panne im Ausland. Als wir unseren Weg nach Aarhus fortsetzten waren wir voller Lob für den ADAC und die dänischen Kollegen vom FDM. Beim nächsten Supermarkt folgte dann endlich die Dagmar-Torte und wir setzten unseren Weg fort, bis nach einigen Minuten die nette Jette von dänischen Automobilclub anrief, um uns in bestem Deutsch mitzuteilen, dass der Kollege von der Pannenhilfe uns nicht finden könne. Die Info, dass er uns schon gefunden und geholfen habe nahm sie zu Protokoll und wünschte uns eine gute Weiterreise. Einige Minuten später der Anruf vom ADAC, dass die dänische Pannenhilfe uns nicht finden könne. Die selbe Geschichte.

So fuhren wir mit dem Sound eines Außenboardmotors über die Dörfer in die zweitgrößte Stadt Dänemarks und es kamen unterwegs Zweifel, ob die Soforthilfe irgendetwas mit unserem Anruf bei der Pannenhilfe zu tun gehabt hatte. Zwar machte sich der Mechaniker zielstrebig am Auspuff zu schaffen aber er ging völlig ohne irgendeine Unterschrift oder ähnliche Formalitäten. Dazu noch die verspäteten Anrufe der Pannenhilfen. Hatte uns gerade ein netter Däne spontan am Straßenrand geholfen, einfach nur weil er es konnte, für nichts als einen Händedruck?

In Aarhus angekommen vervollständigte sich das Bild der dänischen Hilfsbereitschaft. Nach dem Tipp eines Kollegen steuerte ich den Bus am nächsten Morgen in Richtung Autowerkstatt, wo man sich meinem Problem direkt annahm. Problem erkannt, das Ersatzteil bestellt und eingebaut, zwischendurch vom Chef noch seinen wunderschönen T2 Bus gezeigt bekommen, fuhr ich noch am selben Nachmittag wieder vom Hof. Ich war überwältigt von der Hilfsbereitschaft aller Beteiligten und möchte mit dieser Straßenrandgeschichte einfach mal Danke sagen. Vielleicht erinnerst du dich ja an diese Geschichte, wenn du das nächste mal an einem liegengebliebenen Auto vorbeifährst.

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